Leuchtturm mit Sven und Eleonore Pinsel auf Kinderhand Murmeln und Seil Murmeln und Seil Pusten einer Feder mit einem Strohhalm Kind mit Kissen auf dem Rücken

Aktuelles

"Herzlich Willkommen auf der Sonneninsel"


Rituale, Stille und Entspannung auf Wolke7

"Ist heute Sonneninsel?" Bei dieser Frage spüre ich die freudige Erwartung und Begeisterung, wenn ich morgens in die Kindertagesstätte komme. Nach der Mittagspause ist es dann soweit! Mit dem "Sonnenstrahl", einem langen Schal aus schillernden Gelbtönen, hole ich die acht Inselkinder aus ihren Gruppenräumen ab. Sie halten sich am "Sonnenstrahl" fest ( ganz behutsam, sonst verliert der Sonnenstrahl seine Leuchtkraft) und unser Weg führt uns gemeinsam zum Bewegungsraum. An der Tür hängt eine Sonne mit dem Hinweis „Bitte nicht stören“. Vor der Tür halten zwei Kinder den Schal als Sonnentor auf und alle schlüpfen hindurch zur Sonneninsel. Im Raum liegen acht Kissen im Kreis um eine Bodenmitte. Die Kinder haben sie sich als ihr Sitz- und Kuschelkissen beim ersten Treffen mit Stoffmalstiften bemalt. In der Mitte des Kreises liegt ein Tuch aus Meeresfarben; darauf steht ein Leuchtturm, der von innen mit einer Kerze erleuchtet werden kann. Rundherum sind Muscheln, Steine, kleine Holzschiffe und Teelichter zu sehen. Im Leuchtturm wohnen Sven, der Leuchtturmwärter und seine Freundin Eleonora. Wir erleben mit ihnen bei jedem Treffen viele Abenteuer und Wunder, z.B.wie der Riese Schnutzelputz seine Steine verloren hat und wir ihm helfen, sie wieder zu finden.Oder wie der Glitzerfisch Blinki seine kleinen Freunde vor dem Hai rettete.Und dann ist da noch die Schnecke!


Als die Regenbogenschnecke vom Himmel fiel...!

In der Ecke des Bewegungsraumes entdecken wir einen Steinhaufen.könnte sich darunter etwas versteckt haben? Behutsam entfernen wir Stein für Stein.Zum Vorschein kommt die bunte Schnecke, die auf dem Regenbogen wohnt. Einmal hat sie sich nicht richtig festgehalten und ist herunter gerutscht und unter den Steinhaufen geraten. Gut, dass das Schneckenhaus heil geblieben ist. Bedeutet es doch Schutz vor Gefahren, Rückzug und Geborgenheit für unsere Regenbogenschnecke. Nun probieren wir uns als Schnecken aus. Wir kriechen mit einem Sandsäckchen auf dem Rücken langsam durch den Raum. Auf ein Signal hin ziehen wir uns bei Gefahr in unser „Schneckenhaus“ zurück. Ganz klein rollen wir uns zusammen und spüren, wie sich das anfühlt.- Was bleibt eigentlich zurück, wenn eine Schnecke über unseren Körper kriecht? Ja, richtig, eine Schneckenschleimspur! Jedes Kind bekommt einen Pinsel (Schnecke) und ein Glas mit warmen Wasser. Mit dem Mit Wasser befeuchteten Pinsel malen sich die Kinder Schleimspuren auf Hände und Arme. Wo kriecht die Schnecke noch hin? Hosenbeine werden hochgekrempelt, Pullover hoch gezogen. Die Schnecke kriecht in den Bauchnabel, über die Stirn, am Hals entlang. Wo fühlt es sich gut an, an welcher Stelle kitzelt es besonders. Manche Kinder genießen es sichtlich, können nicht genug bekommen. Manche malen sich gegenseitig Spuren auf den Körper. Dabei sollen die Kinder ihre Schnecken im Schneckentempo über ihren Körper kriechen lassen.Durch die langsamen Pinselbewegungen ist die Körperwahrnehmung intensiver. Zum Abschluss des Treffens malen wir auf unser Traumkissen große und kleine Schnecken in bunten Farben.

Insgesamt zehn Mal treffen wir uns auf der Sonneninsel, um durch Stilleübungen und Entspannungsspiele ganzheitliche Erfahrungen, gerade im Bereich der Sinnes- und Körperwahrnehmung, zu machen. Durch ein achtsames Miteinander in der Gruppe sollen sie ihre Sozialkompetenz erweitern und durch positive Erfahrungen in der Kleinguppe soll ihr Selbstvertrauen gestärkt werden.

Besonders geprägt sind die Treffen durch Rituale zu Beginn und zum Ende einer jeden Sonneninselstunde, z.B. die stille Glocke. Als Einstimmung und zum Ankommen im Kreis wird die Glocke am Stil vorsichtig von einem Kind zum anderen weiter gegeben, ohne das sie dabei ertönt..Ein anders Ritual ist der Sonnenstrahlen- Kreis zum Abschluss. Bevor die Kerze im Leuchtturm ausgeblasen wird, halten wir uns, auf unseren Traumkissen sitzend, an den Händen. Sonnenstrahlen fließen imaginär in uns hinein und wärmen uns. Wer mag, kann dabei die Augen schließen. Wir versuchen zu fühlen, wo es in unserem Körper hell und warm geworden ist. Die Kinder erzählen: „ Bei mir in den Augen, bei mir im Bauchnabel... Und bei manchen ist es ein Geheimnis!

Viele Wege gehen wir miteinander auf der Sonneninsel, mit Kurven und Umwegen, mit steinigen Wegstrecken, durch weichen, warmen Sand; mit viele Überraschungen und tollen Aussichten, immer wieder neu. Dabei erfahren wir Gemeinschaft, Geborgenheit und Freude und tragen sie weiter.